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Düfte beim Schloss

Foto: Sparkassenstiftung Schloss Filseck. Schloss Filseck von oben

 

Naherholung in geschichtsträchtiger Umgebung – das ist in Uhingen möglich. Bei Schloss Filseck entstand in den letzten beiden Jahren eine großzügige Grünanlage, in der es viel zu entdecken gibt. Im Mittelpunkt steht dabei der wiederhergestellte alte Schlossgarten.

Hoch über dem Filstal dominiert seit Jahrhunderten Schloss Filseck die Landschaft. Der geschlossene Vierflügelbau im Renaissancestil mit einem Gewölbekeller aus der Stauferzeit ist aus einer Burg hervorgegangen, die wohl um 1230 vom Aichelberger Grafen Egino erbaut wurde. Das Schloss erlebte eine wechselvolle Geschichte und war schließlich ein landwirtschaftliches Gut, das von 1906 bis 1968 an die Familie Waggershauser verpachtet war. 1971 brannte ein Teil der leerstehenden  Gebäude ab. Schließlich kaufte der Landkreis die Immobilie und baute das Schloss wieder auf. 2002 übernahm die Schloss-Filseck-Stiftung des Kreissparkasse die Anlage.

Vor wenigen Jahren reiften Pläne, die verwilderten Außenanlagen rund um das Schloss herzurichten und in einen Landschaftspark einzubetten. Filseck, das  sich durch sein Sommermusikfestival, Konzerte und Ausstellungen, sowie sein gastronomisches Angebot in der Region einen Namen gemacht hat, punktet nun auch mit den gepflegten Anlagen rund ums Schloss. Im Mittelpunkt steht dabei der alte Schlossgarten, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von Friedrich von Münch angelegt worden war.

Schlossgarten mit alten Wegen

2013 wurde der inzwischen total verwilderte  Bereich geophysikalisch untersucht. Das alte Wegenetz konnte nachgewiesen werden und bildete die Grundlage für eine Sanierung und Weiterentwicklung des Schlossgartens. Dabei wurde auf den alten Baumbestand ebenso Rücksicht genommen wie auf die Vorgaben des Denkmalamtes. Knut Deeg, zuständig für  Kunst und Kommunikation bei der Schloss-Filseck-Stiftung, verweist auch auf das wiederhergestellte Natursteinrondell im westlichen Teil des Schlossgartens, das vom Münch-Denkmal geziert wird. Das Denkmal hatte Friedrich von Münch als Erinnerung an seinen 1851 gestorbenen  Sohn August aufstellen lassen.

Der umzäunte Schlossgarten ist aber nur ein Teil der weitläufigen Außenanlagen des Schlosses. Dazu zählt auch der Kräuter- und Staudengarten. Gärten mit Gemüse, Kräutern und Obst hat es beim Schloss wohl schon immer gegeben. Als die Familie Waggershauser das Gut bewirtschaftete, befand sich der Gemüsegarten an der Ostseite des Schlosses, weiß Knut Deeg aus den Unterlagen. „Der Kräuter- und Staudengarten wurde an der Westseite des Schlosses in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen neu angelegt. Die Auswahl der Pflanzen erfolgte und historischen, ökologischen, ästhetischen und pflegetechnischen Gesichtspunkten,“ berichtet Deeg. So seien bunte, duftende Beete entstanden.

Die Kräuter, darunter klassische wie ebenso fast schon vergessene, ernten die Köche vom Schloss-Restaurant, um die dort angebotenen Speisen  zu verfeinern. Über Kräuter und Stauden in den verschiedenen Beeten informieren im Garten kleine Täfelchen.

 

Großer Früchtekorb

Zu Zeiten, als die Familie Waggershauser Schloss Filseck gepachtet hatten, wuchsen ums Schloss mehr als 2000 Obstbäume. Geerntet werden konnten aber nicht nur Äpfel, sondern auch Kirschen, Birnen, Zwetschgen, Quitten oder Nüsse.  Überliefert ist, dass in den Nachkriegsjahren Einwohner aus Sparwiesen, Uhingen und Faurndau bei der Ernte halfen und dafür mit Obst belohnt wurden. Im Schloss wurden wohl Zimmer für die Apfellagerung geräumt. Dadurch konnten die Früchte bis zum Frühjahr auf den Märkten in der Umgebung verkauft werden. Die meisten Obstbäume wurden nach dem Auszug der Pächter gefällt. 2015 ließ die Schloss-Filseck-Stiftung neue Obstbäume mit den früher auf Filseck vorhandenen Sorten pflanzen. Die Pomologie ergänzt seither die Schlossanlagen.

Die Gartenanlagen von Schloss Filseck, sowie deren Umgebung bieten Themen, die im „Grünen Klassenzimmer“ behandelt werden können. In Kooperation mit dem Naturschutzbund Göppingen beschäftigen sich die Schüler hier mit Natur, Umwelt und Landwirtschaft. Die Vorzüge des Grüns um Schloss Filseck haben auch die Bienen für sich entdeckt, um die sich ein Hobbyimker kümmert und der seinen „Schlosshonig“  im Infozentrum des Schlosses anbietet. Wildbienen und Hummeln summen ebenfalls rund um das geschichtsträchtige Ensemble und freuen sich mit über die Vielfalt an Wiesenblumen bei den Parkplätzen und  die rund 60 dort gepflanzten Bäume. 

www.schloss-filseck.de


(Rüdiger Gramsch aus „Grünzeit“ 1-2018)

 

 

 

 

 

 

 

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