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Johannes Woelffle (1807-1893) lebte viele Jahre im Göppinger Stadtbezirk Faurndau. Hierzu hatte er sich ein Landhaus mit kleinem Park neben der Eisenbahnlinie erbauen lassen, das heute als Villa Hammer bekannt ist und als Hospiz dient. Am Haus erinnert eine Gedenktafel an die Verdienste Johannes Woelffles als Künstler und Lithograph, der viele Ansichten von Städten, Dörfern, Schlössern und Kirchen geschaffen hat. 

Zum 125. Todestag Johannes Woelffles, der am 20. November 1893 in Faurndau starb, zeigte das Museum im Storchen in Göppingen   aus eigenen Beständen einen Überblick über sein künstlerisches Werk. Dazu gehören Lithographien bedeutender Werke der Gemäldesammlungen der Alten und Neuen Pinakothek in München, die Johannes Woelffle auf Stein zeichnete. Diese wurden dann in höherer Auflage gedruckt. Auf diesem Weg hielt die große Kunst zum erschwinglichen Preis Einzug ins bürgerliche Heim. Hierbei arbeitete Johannes Woelffle in der renommierten Münchner Kunstanstalt Piloty & Löhle, deren künstlerische Leitung er später wahrnahm. Johannes Woelffle war einer der ersten, der sich der neuen Kunst der Lithographie, erfunden von Alois Senefelder im Jahr 1798, zuwandte. Der aus einer Leineweberfamilie aus Ebersbach (Fils) stammende Woelffle konnte als junger Mann eine Ausbildung in der neu gegründeten Lithographischen Anstalt in Stuttgart absolvieren. Dieses Studium ermöglichte ihm ein von seiner Patin Friederike Reinfelder in Buoch und Finanzminister August Weckherlin vermitteltes Stipendium König Wilhelms I. von Württemberg. 1838 wurde Johannes Woelffle von König Ludwig I. von Bayern mit der Goldenen Medaille für Kunst und Wissenschaft für seine Verdienste um die Verbesserung der Lithographie ausgezeichnet, ebenso 1848 durch den Fürsten von Hohenzollern, wie auch später durch König Wilhelm I. von Württemberg.

In der Ausstellung wurde auch Woelffles Talent als Zeichner und Maler dokumentiert. Anschaulich zeigte dies eine Kassette mit über 40 Sepiazeichnungen von Landschaften und bemerkenswerten Gebäuden, die 1846 bei einer Reise durch Bayern, Tirol und Salzburg als Skizzen entstanden und später ausgearbeitet worden sind. Aber auch seine schwäbische Heimat hat Woelffle vielfach im Bild festgehalten. 1829 begann der 22-jährige Woelffle in Zusammenarbeit mit dem Kirchheimer Landschaftsmaler Peter Jakob Büttgen nach dessen Gemälden eine Serie von Ansichten württembergischer Städte. Im September 1829 wurde im Göppinger Wochenblatt das Erscheinen der „malerischen Ansicht der Stadt Göppingen und ihrer Umgegend“ angezeigt. Die Lithographie kostete nach Ablauf der Subskription zwei Gulden, sie war damit als Wandschmuck nur für die gehobene Bürgerschicht erschwinglich.

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